Elisabeth von Thüringen

Namenstage: Elisabeth

Funktion: Heilige, Landgräfin, Franziskanerterziarin

Gedenktag: 19. November

Patronat: Hessen, Thüringen; Dritter Orden OFM, Deutschorden, Zisterzienser, Dominikaner; der Bäcker, Caritas, Wohltätigkeitsvereine, Bettler, Witwen, Waisen, Kranken, Sterbenden und der unschuldig Verfolgten
besonders verehrt in Marburg, Thüringen, Ungarn

1207 als Tochter von König Andreas II. von Ungarn (András; 1205–35) und seiner ersten Gemahlin Gertrud von Andechs-Meran (ermordet 1213) in Nordungarn geboren, wurde Erszébet bereits im Alter von vier Jahren als Verlobte des Sohnes des Landgrafen Hermann I. von Thüringen auf die Wartburg (bei Eisenach in Thüringen) gebracht, wo sie von der frommen Landgräfin Sophie von Bayern erzogen wurde.
Die Heirat mit Ludwig IV. von Thüringen, später »der Heilige« genannt, erfolgte 1221. Sie war zwar politisch eingefädelt, wurde aber eine glückliche Ehe, aus der bis 1227 drei Kinder hervorgingen: Hermann (der spätere Landgraf von Thüringen), Sophie (die spätere Herzogin von Brabant und Stammmutter der Landgrafen von Hessen) und Gertrud (die spätere Äbtissin von Kloster Altenberg). Bereits in dieser Zeit zeigte sich die tiefe Frömmigkeit, der starke Gerechtigkeitssinn und das große Mitleid Elisabeths,um die sich viele spätere Legenden ranken wie z.B. das »Rosenwunder«: Als sie wieder einmal einen Korb voll mit Broten aus der Burg zu den Armen bringen wollte, wurde sie der Legende nach von ihrem Mann zur Rede gestellt. Statt der Brote fanden sich aber plötzlich Rosen im Korb.
Das eheliche Glück Elisabeths wurde jäh beendet, als ihr Mann am 11. Juli 1227 in Italien, wo er sich zum Kreuzzug Friedrichs II. eingefunden hatte, starb – vermutlich an der Pest. Elisabeth wurde von ihrem Schwager Heinrich Raspe, der die Regentschaft für ihren Sohn übernahm, mit ihren drei Kindern vom landgräflichen Hof vertrieben und litt bittere Not, bis sie ihr Onkel, Bischof Ekbert von Bamberg, aufnahm.
Nachdem sich Heinrich Raspe mit ihr ausgesöhnt und ihr auch das ihr zustehende Wittum (Witwenvermögen) hatte zukommen lassen, ging sie 1229 nach Marburg, wo sie sich in die Obhut ihres strengen Beichtvaters Konrad (1233 von Adeligen ermordet) begab. Sie wurde in die Hospitalitergemeinschaft von Marburg aufgenommen und gründete dort selbst ein Hospital. Einen Heiratsantrag des Kaisers schlug sie aus, legte stattdessen das Gelübde der Armut ab, trat in den weltlichen Franziskanerorden (Dritter Orden/Terzianer) ein und widmete sich fortan nur noch dem Dienst an Armen, Kranken und Aussätzigen.
Elisabeth starb am 17. November 1231 in Marburg an Erschöpfung und wurde in der Spitalkapelle bestattet. Aufgrund der vielen Wunder, die an ihrem Grab geschehen sein sollen, wurde sie bereits am 27. Mai 1235 von Papst Gregor IX. heiliggesprochen. Ihre Kopfreliquie befindet sich heute in der Elisabethinenkirche in Wien. Ihr prächtiger Sarkophag in der 1283 fertig gestellten Marburger Elisabethkirche ist jedoch leer, da Landgraf Philipp von Hessen im Zuge der Reformation 1539 Elisabeths Gebeine an einen unbekannten Ort überführen ließ, um der Verehrung ein Ende zu setzen.

Darstellung: in fürstlicher oder schlichter Kleidung, Armen Füße waschend oder Almosen spendend

Attribute: Krone, Brotkorb, Korb mit Rosen, Weinkrug, Kirchenmodell, Buch

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010

 
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Jan Grzeszewski

Pfarrer, Leiter der Seelsorgeeinheit St. Blasien

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