Patronat: Peru; Tarragona (Spanien)
Gertrud, geboren am 6. Januar 1256 (wahrscheinlich) in Thüringen, kam mit fünf Jahren – vermutlich als Waisenkind ins Zisterzienserinnenkloster Helfta (heute Stadtteil von Eisleben), wo sich die Äbtissin Gertrud von Hackeborn ihrer annahm und ihr eine solide humanistische und theologische Ausbildung vermittelte. Gertrud übersetzte Teile der Heiligen Schrift ins Deutsche und nahm schließlich selbst den Schleier. 1281 erschien der häufig kranken, aber hochgebildeten jungen Frau zum ersten Mal Jesus Christus, mit dem sie fortan in ständiger geistiger Verbindung stand. 1289 begann sie ihre Visionen in lateinischer Sprache zu Papier zu bringen und bekannt zu geben. Mit ihren beiden Hauptwerken »Legatus divinae pietatis« (Gesandter der göttlichen Liebe) und »Exercitia spiritualia« (Geistliche Übungen) trug sie entscheidend zur Verehrung Jesu Christi und vor allem seines Herzens im Mittelalter bei. In der Herz-Jesu-Litanei sind die meisten Anrufungen aus ihren Schriften entnommen.
Gertrud, die stets auch ein Ohr für die Sorgen und Nöte anderer gehabt hatte und ihrem Kloster zuletzt als Äbtissin vorgestanden haben soll, starb am 13. November 1302 (nach anderen Quellen 1334) in Helfta, wo sie auch begraben wurde.
Im Zuge der Gegenreformation im 16. Jahrhundert wurden Gertruds Schriften vor allem in romanischen Ländern weit verbreitet und gelangten bis nach Südamerika, wo sie noch heute Patronin von Peru ist. Heiliggesprochen wurde Gertrud, die als größte deutsche Mystikerin ihrer Zeit gilt und deshalb den Beinamen »die Große« erhielt, jedoch erst 1678 von Papst Innozenz XI. (Seliger).
Darstellung: als Äbtissin
Attribute: Stab; Buch, Schreibfeder; Kruzifix, flammendes Herz (Herz-Jesu-Verehrung)

Quelle: Herder-Verlag



