Patronat: der Esperantisten und des Päpstlichen Werkes der Hl. Kindheit
Giuseppe Sarto kam am 2. Juni 1835 in Riese bei Treviso im zu Österreich gehörenden Venetien als Sohn eines Bergbauern zur Welt und wuchs in äußerster Armut auf. Mit finanzieller Unterstützung des Ortspfarrers studierte er in Padua Theologie, wurde 1858 zum Priester geweiht und Kaplan in Tombolo. Zehn Jahre später übernahm er die Pfarrei in Salzano bei Venedig. 1875 wurde er Domherr in Treviso, 1884 Bischof vonMantua und 1893 Patriarch von Venedig und Kardinal. Nach dem Tod von Papst Leo XIII. (20. Februar 1878 bis 20. Juli 1903) wurde er am 4. August 1903 als Pius X. dessen Nachfolger.
Persönlich anspruchslos und fromm, blieb Pius X. stets Seelsorger und konzentrierte sich auf eine Erneuerung des geistlichen Lebens unter Abkehr von politischen Ambitionen. Er bemühte sich um die Reform der Kurie, des kirchlichen Rechts, der Liturgie und des Theologiestudiums. Den Versuchen französischer und deutscher Theologen, das Glaubensgut nach neueren Erkenntnissen zu durchdenken, trat er jedoch, um die Reinheit der Lehre zu erhalten, mit der rigorosen Verurteilung des »Modernismus« entgegen (1910 Einführung des Antimodernismuseids für Theologen; 1967 wieder abgeschafft). Dem politischen Katholizismus und der aktuellen christlich-sozialen Bewegung in Deutschland entzog er die päpstliche Unterstützung, mit Frankreich ließ er es zum offenen Konflikt kommen, was dort 1905 zur kirchenfeindlichen Trennung von Kirche und Staat führte. In Portugal erfolgte 1911 ebenfalls die Trennung von Kirche und Staat, und Spanien brach 1910 vorübergehend die Beziehungen zum Vatikan völlig ab.
Pius X. starb am 20. August 1914 und fand seine letzte Ruhestätte in den Grotten des Petersdomes. Wegen seiner bald nach seinem Tod einsetzenden Verehrung und einer großen Zahl wunderbarer Zeichen an seinem Grab wurde nach dem Ersten Weltkrieg sein Seligsprechungsprozess eingeleitet. Am 3. Juni 1951 wurde er von Pius XII. selig- und bereits am 31. Mai 1954 heiliggesprochen.
Darstellung: in päpstlichen Gewändern
Attribute: Tiara, Kreuzstab (mit drei Querbalken)

Quelle: Herder-Verlag



